Freitag, 1. September 2017

Amaranth-Blumenkohltaler

Die Idee zu diesem Rezept ist entnommen aus einem Weight Watcher Sattmacher - Buch. Also eine Rezeptesammlung die fast alle ohne Kohlehydrate auskommen. Ein wenig abgewandelt sind ziemlich leckere Bratlinge entstanden, welche durch den verwendeten Amaranth eine ganz ungewöhnliche aber charmante Haptik im Mund entwickeln. Unsere Tochter findet klassische Panaden aus Semmelbröseln besser, ich mag den körnigen Amaranth sehr gerne und werde diese Bratlinge mit Sicherheit noch mal zubereiten. 

Ihr benötigt: 
200 g trockenen Amaranth, 1-2 Prisen Salz, 500 g Blumenkohl, 2 Schalotten, 80 g zarte Haferflocken, 2 EL Magerquark, 2 Eier, Olivenöl, 4 Prisen Salz, 1 kleine Prise Macis, 1 Espressolöffel Korianderkörner frisch gemörsert oder aber Lion Poivre (alternativ ein guter Pfeffer).

So geht es: 
Amaranth laut Packungsanweisung in Salzwasser garen. Blumenkohl waschen und in wenig Salzwasser ca. 15 Minuten garen. Den gekochten Blumenkohl zerdrücken und leicht abkühlen lassen. Die Schalotten würfeln und den Blumenkohl mit Amaranth, Haferflocken, Quark und Eiern verkneten. Mit Salz, Korianderkörnern, Macis würzen. In eine vorgewärmte Pfanne Olivenöl erhitzen und mit einem Esslöffel die Masse in die erhitzte Pfanne geben. Gegebenenfalls mit dem Löffel ein wenig platt drücken und die entstandenen Bratlinge 2-3 Minuten von jeder Seite braten. Bereits fertige Bratlinge können bei 60° C im Backofen warmgestellt werden, bis die komplette Masse verbacken ist. Ich habe übrig gebliebene Bratlinge auch gerne am nächsten Tag kalt aus dem Kühlschrank heraus gegessen. Warm schmecken die Bratlinge gut mit einem schönen Kräuterquark oder dem Jogurt-Knobi-Nobi-Dipp und einem gemischtem Salat. Lecker ist dazu auch ein guter Gurkensalat. Probiert doch mal den Gurkensalat nach Yotam Ottolenghi oder den mit Melange du Jardin vom Alten Gewürzamt.
 

Montag, 28. August 2017

Schneller Bohnensalat (Camping- und Montagstauglich)

Da bin ich meiner Schwiegermama richtig dankbar: so ein einfaches Salat-Rezept, welches meiner Tochter immer schmeckt! Und das Beste: die Zutaten kann man immer im Haus haben! Außerdem ist es eine perfekte Salat-Beilage zu Fleisch/ Fisch und Kartoffeln!

Montagstauglich ist dieser Salat, weil ich Montags oft so gestreßt bin und gerade am Wochenanfang keine Lust und Zeit habe ausgiebig zu kochen... 
Super an diesem Salat ist auch, dass man ihn zubereiten kann und dann ohne Probleme auch noch am nächsten  Tag essen kann.... alles perfekt!

Ihr benötigt: 
1 Glas gelbe Bohnen, eine mittlere Zwiebel, 2-3 EL Milch, 1-2 EL mildes Olivenöl, 1 kleiner EL weißen Balsamico, 3-4 Prisen weißen Zucker, 2-3 Prisen Salz, schwarzen Pfeffer aus der Mühle.... 

So geht es: 
Bohnen abgießen und gut abtropfen lassen, alle anderen Zutaten in einer Salatschüssel verrühren, Zwiebeln klein schneiden* und mit den Bohnen in die Schüssel geben. Alles vorsichtig vermengen und fertig....

*da ich knackige Zwiebeln überhaupt nicht mag (ich finde, man hat dann den halben Tag den Zwiebelgeschmack im Mund), schneide ich die Zwiebeln klein, sammle sie in einer Schüßel und übergieße sie mit kochendem Wasser aus dem Wasserkocher. Nach 5-10 Minuten gieße ich sie ab und verwende sie wie frisch geschnittene Zwiebeln....

Dienstag, 22. August 2017

Gebratener Kalmar nach Kommissar Dupin




Dieses Rezept ist angelehnt an das Rezept "Gebratene Pilgermuscheln" aus dem Buch "Bretonisches Kochbuch - "Kommissare Dupins Lieblingsgerichte". Vor wenigen Wochen kannte ich weder das Kochbuch noch diesen Kommissare Dupin. Erst als ich auf einem Sozialen Netzwerk bekannt gab, ich würde bald in die Bretagne fahren, stießen mich meine Leser darauf und empfahlen mir die Romane und das Kochbuch des französischen Kommissars. Bereits am nächsten Morgen stand der Buchhändler meines Vertrauen, Michael Sacher von der Buchhandlung Hornung am Markt in Unna mit den Büchern Dupins vor mir. Ich kann also mit Stolz behaupten, dass die Einzelhändler meines Vertrauens in meiner Heimatstadt schneller sind als das Internet: sie liefern, bevor die Bestellung überhaupt ausgeführt ist :-) 
Gerade vor den Urlaubstagen, wo ich so viel zu tun habe, dass ich vor lauter Arbeit und Vorbereitungen kaum noch weiß, wo mein Kopf steht, bin ich natürlich für so einen Service um so dankbarer! 


Kommissar Dupin ist eine Romanfigur, welche in der südlichen Bretagne rätselhafte Fälle löst. Mehr noch als von der Kriminalgeschichte, leben die Romane des Autors Jean-Luc Bannaiec von den lebhaft beschriebenen Landschaften und den liebevoll dokumentierten Eigenarten der Bretonen. Kaum zu glauben, dass Bannaiec angeblich ein Pseudonym eines deutschen Schreibers sein soll - soviel Detailwissen und Pointen über Land und Kultur müssen jahrelang recherchiert sein! Zwei Romane habe ich im Urlaub begeistert verschlungen. Selbstverständlich durfte auch das Kochbuch nicht fehlen! Eines meiner ersten Rezepte, welches ich auf der Reise ausprobierte, war dieses hier - statt Pilgermuscheln verwendete ich Oktopussringe.

 Und es war ein herrliches Essen! Eine kleine Menge haben wir übrig behalten - zuviel war es für den einen Abend! Gut gekühlt aus dem Kühlschrank haben uns die Reste als Oktopuss-Salat begeistert! Das Rezept war so köstlich, dass wir es mit ins Refugio nehmen werden.... 

Ihr benötigt für 2 groooooße Portionen: 
ca. 750 gr Oktopussringe (oder Tuben), eine große halbe Biozitrone (oder eine Kleine), 3 Handvoll vollreife, süßliche kleine Tomaten, 3-5 kleine Schalotten, 1 Knolle Knoblauch, Blattpetersilie, 2-3 Prisen Maldon Sea Salt Salzflocken - oder anderes gutes Seesalz - 2 Prisen Zitronenpfeffer, 3-5 EL Olivenöl
Meine Mengenangaben reichen von denen im Originalrezept weit ab! Dort werden 400 gr. Muschelfleisch für 4 Personen empfohlen *hüstel . Wir verwendeten 750 Gramm - für 2 Personen. Nun ja, wir essen gerne. 750 Gramm waren wirklich viel. Vielleicht lag es ja auch ein wenig daran, dass die französischen Zahlen wirklich schwierig zu merken und zu  sprechen sind. "750" hatte ich mir halt in der Reihe wartend immer wieder aufgesagt. Ihr werdet bestimmt auch mit 550 Gramm auskommen. Aber weniger würde ich dann auch nicht nehmen...  Und wie gesagt, falls etwas übrig bleibt schmeckt es kalt hervorragend als Salat!

So geht es:
Die Tintenfischringe waschen und trocken tupfen. Mit dem Pfeffer, dem Salz und 2 EL Olivenöl in eine Schüssel geben. Die Zitrone in kleine Stücke schneiden, Knobi schälen, in feine Scheiben schneiden, Petersilie waschen und in feine Streifen schneiden (die Stiele ruhig mit verwenden, sie schmecken gut und sind knackig!), alles zu den Tintenfischringen geben und gut vermengen.

Tomaten waschen - ich habe ganz kleine gehabt, die habe ich zur Hälfte ganz gelassen. Die andere Hälfte habe ich halbiert, damit sich mit dem Tomatensaft auch eine wunderbare Sauce beim Erhitzen bilden kann! 

Eine Eisenpfanne auf den Grill stellen und in die warme Pfanne Olivenöl geben. Die marinierten Tintenfischringe (alles bis auf die Tomaten) in die heiße Pfanne geben. Nach ca. 2-3 Minuten wenden und die Tomaten dazu geben. Kurz einen Deckel auf die Pfanne geben, nach 2-3 Minuten abermals wenden. Einen Tintenfischring probieren. Der sollte nach ca. 6 Minuten genau richtig sein. Eventuell mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer nachwürzen. Alles gut vermengen, auf dem Teller anrichten und mit gutem Olivenöl und ein wenig Salzflocken, die das Ganze noch mal ein wenig crispy machen, toppen! 



 




Zitronenthymian


Quelle: Altes Gewürzamt, Familie Holland
Ingo Holland hat ein spezielles Verfahren der Gefriertrocknung entwickelt. Dieses erhält sowohl die Farbe als auch das intensive Aroma von Kräutern und Früchten. Durch Kontakt mit Flüssigkeit erreichen die getrockneten Pflanzen fast wieder den frischen Zustand. Zitronenthymian ist eines meiner liebsten Gewürze. Ich verwende das duftige Gewächs für deftige Schmorgerichte, Aufläufe und Gratins wie Kohlauflauf, Hackbraten und Coq au vin in Weisswein und für Desserts z.B. für Limonenjogurt, Zitronensorbet und Apfel-, oder z.B. Sauerkirschcrumble.....Zitronenthymian passt zu Fisch, Huhn, Lamm und zu vegetarischen Speisen. Man kann ihn hervorragend auch einfach in den Tee werfen ;-)

Sonntag, 13. August 2017

Auflauf von Kartoffel, Weisskohl und Rinderhack


Ihr benötigt für 6 Personen
2 kg vorwiegend festkochende Kartoffeln, 1 mittelgroßen Weisskohl, ca. 500 g Bio-Rinderhack, 4 Lauchzwiebeln, gutes Küchensalz, schöne Gewürzmischung, ich empfehle: Mamas bester BBQ-Gewürz - mediterran  (4-5 TL) auch das toskanische Pastagewürz vom Alten Gewürzamt eignet sich hervorragend - ist allerdings auch pikant - vorsichtig dosieren (2-3 TL)! Olivenöl, 
für die Sauce: 2 Becher Schmand, 200 ml Cremefine, 50 ml Milch.

So geht es: 
Die Kartoffeln waschen und 20 min. in Salzwasser kochen. 
Den Kohl halbieren und in feine Streifen schneiden. In einen großen gusseisernen Topf oder in eine große Auflaufform geben. 


Den Grill (oder den Backofen) auf 220°C Umluft (beim Grill also indirekte Hitze) vorheizen.  
Lauchzwiebeln putzen, halbieren und in feine (halbe) Ringe schneiden. Über die Weisskohlstreifen geben. Das Rinderhack obenauf legen und drei-vier großzügige Prisen gutes Küchensalz und die gewünschte Gewürzmischung drübergeben. 

Einen Deckel auflegen und ca. 30 Minuten unter den Grill/ in den Backofen geben. Nach 20 Minuten einmal gut umrühren, den Deckel wieder draufgeben und weiter dünsten lassen. 

In der Zeit die Kartoffeln pellen und in Scheiben schneiden. 

Schmand, Cremefine, gewünschte Gewürzmischung und Salz verrühren und (am besten mit den gekochten Kartoffelscheiben) abschmecken. Die Sauce sollte KRÄFTIG gewürzt sein. Die Kartoffeln schlucken viel Würze!  

Nun die Kartoffeln und die vorbereitete Sauce mit in den Topf geben und gut verrühren.
Alles noch einmal 10 Minuten abgedeckt in den Ofen/ unter den Grill stellen. Danach heraus nehmen, großzügig mit Parmesan bestreuen und weitere 15 Minuten stark erhitzen, damit sich eine Kruste bildet. 

Wenn der Auflauf braun ist (und mittlerweile köstlich duften sollte), den Ofen/ Grill ausschalten und (wie Fleisch) noch einmal  5 Minuten "ruhen"/ "setzen" lassen. 


Guten Appetit!

Samstag, 5. August 2017

Advocado - gefüllt und gegrillt


So einfach - so schnell zubereitet - so lecker... und macht richtig was her!

Ihr benötigt: 
1 Advocado, und für die Füllung nach Wunsch, z.B.:

2 El gekörnten Frischkäse/ alternativ (schmeckt besser, da fettiger: ca. 2-3 EL Ziegen- oder Schafskäse) - ich schlage Euch aber Frischkäse vor, da die Advocado an sich schon viel Fett hat...mein Vorschlag: probiert erst einmal die Frischkäse-Variante (gebt Salz dazu!)  und überträufelt zum Schluß die fertig gegrillte Advocado mit ein paar Tropfen gutem Olivenöl... aber erst einmal weiter mit der Füllung: 

2 Scheiben Räucherlachs/ alternativ 2-3 EL Krabben
3-5 Cocktailtomaten, 1 kleine frische Schalotte oder Lauch, 1 EL Olivenöl, Saft einer halben ausgepressten Zitrone, Pfeffer, gutes Küchensalz nach Geschmack, frische Kräuter nach Belieben, z.B. Petersilie, Dill, Basilikum, Zitronenthymian...,
So geht es: 
Rührt Euch die Füllung für Eure Advocado an. Das kann alles sein, was Euch gut schmeckt. Oben habe ich Euch einige meiner Lieblingsfüllungen geschrieben. Dies is(s)t beliebig zu verändern... Schneidet Eure Lieblingszutaten klein und verrührt sie vorsichtig. Mit Salz, Pfeffer, Zitrone abschmecken (probiert die Füllung, sie sollte kräftig schmecken, die Advocado schluckt einiges an Geschmack!). 

Halbiert die Advocado, füllt sie mit Eurer Traumfüllung und legt die Frucht ca. 15-20 Minuten unter den geschlossenen Deckel des ca. 180° warmen Grills...
Wenn es an den Rändern der Advocado langsam anfängt dick zu blubbern....ist Zeit zu genießen...
Christian liebt die Advocado gerne solo - vorab zu einem Hauptgericht. Während die schnell zubereitete Advocado im geschlossenen Grill vor sich hin schmurgelt, bereite ich dann meist das "richtige" Essen zu. 

Wenn man nicht ganz so viel Hunger hat, reicht einem die gefüllte Frucht auch mit gemischten Blattsalaten oder zu einem leckeren Kartoffelsalat als komplettes Essen.... 
Perfekt ist die Advocado mit einem prickelndem Crémant zum Sonntagsfrühstück...

Donnerstag, 3. August 2017

Süsskartoffelchips


Süßkartoffelchips sind eine schöne Beilage zu kräftigem Grillfleisch und eignen sich ebenso gut als Aperetif (das Wort sieht so geschrieben schrecklich aus -  aber soll korrekt sein!). Oder ihr esst sie einfach nur so. Ohne Fleisch. Ohne irgendwas. Vielleicht knabbert ihr sie bei einer neuen Serie von Gilmore Girls (*heul - wer kennt etwas, was annähernd gut ist, ich vermisse diese Serie sooooo) . Ich weiß nicht, wozu ihr diese Chips macht, ich kann Euch nur versichern: sie sind genial! Und die Zubereitung ist denkbar einfach...

Ihr benötigt: 
Süßkartoffeln, Menge nach Wunsch, gutes Küchensalz, Olivenöl, nach Wunsch auch weitere Gewürzmischungen. Während ich für normale Kartoffelchips gerne Piementon de la vera, also geräucherten Paprika nutze, nehme ich für die Süßkartoffeln am liebsten "nur" ein gutes Salz. Das Geheimnis: das Salz für meine selbstgemachten Chips pulverisiere ich. (Ich verwende dazu den Thermomix, es geht wahrscheinlich auch jede andere Küchenmaschine, die wirklich klein mahlen kann.) Wenn ihr Eure Lieblingsgewürzmischung pulverisiert - ähnlich wie Puderzucker- bleibt sie einfach besser haften an den Knabbereien und es ist wesentlich besser zu dosieren!
Außerdem benötigt ihr Jehova und einen Pinsel
So geht es: 
Die Süßkartoffeln ordentlich schrubben und in dünne Scheiben schneiden. 

Alufolie auf dem Grill ausbreiten (es wird indirekt gegrillt, also Folie eher in der Mitte positionieren) und den Grill auf 140-160° aufheizen. Die Süßkartoffelscheiben auf der Folie ausbreiten und mit Olivenöl bepinseln. Die Chips ca. 15 Minuten bei geschlossenem Deckel indirekt grillen. Dann alle Kartoffelscheiben einmal wenden und widerrum 10-15 Minuten grillen. Achtung: dass die Chips schwarz werden, geht rasend schnell. Lieber mal öfters unter den Deckel schauen! Die Chips werden erst kross, wenn sie abgekühlt sind, also nicht wundern, wenn sie auf dem Rost noch labberig sind!

 Wenn die Chips abgekühlt sind, in eine große Schüssel schütten, mit dem Gewürzsalz betreuen und gut "durchschütteln". 
Das Ganze funktioniert auch wunderbar im Backofen. Dort könnt ihr statt Jehova natürlich Backpapier verwenden. Im Backofen brauchen die Chips bei 150°C Umluft ca. 20 Minuten von jeder Seite. 

Montag, 31. Juli 2017

Normandie und nord-westliche Bretagne mit dem Wohni 07/ 17


Wir starten Sonntag morgens mit unserem Kastenwagen und erreichen nach entspannten 7,5 Std. Honfleur, eine kleine gemütliche Hafenstadt die an der Mündung der Seine in den Ärmelkanal liegt und durch die sehr beeindruckende "Pont du Normandie" - 1995 als eine der längsten Brücken Europas eröffnet - mit Le Havre verbunden ist. 



Was mich an der Stadt reizt, ist ihre künstlerische Historie. Einer der größten Söhne dieser Stadt ist Eugène Boudin, einer DER Begründer des Impressionismus - 1824 hier geboren. Ihm folgten nach Honfleur Maler wie Courbet, Sisley, der Holländer Jongkind und der Lieblingsmaler meiner Teenager - Zeit: Claude Monet, der viele Jahre Schüler von Boudin war. Pissarro, Renoir, Cézanne - alles was (damals oft noch keinen) Namen hatte kam nach Honfleur und die künstlerische Revolution traf sich oft auf dem Bauernhof  Ferme St-Siméon, der mittlerweile zu einem Hotel ausgebaut wurde und bis heute als eine der  Geburtsstätten des Impressionismus gilt.


Für einen Besuch in das Boudin-Museum reicht unsere Zeit nicht, aber das Abendessen in einem der zahlreichen Restaurants rund um den malerischen Hafen und ein Spaziergang mit einem schönen Eis auf der Hand reicht aus, um uns auf einen wunderbaren Urlaub einzustimmen!

Welch' eine Überraschung, als wir die große Wiese vor unserm Wohnmobilstellplatz (11,-€/ Übernachtung, Strom, Ent- und Versorgung möglich, ca. 500m von der Stadt entfernt) erreichen: ein Bison grast! Keine 10 Meter weiter begegnet uns ein Dromedar, daneben ein Zebra.... Ein Zirkus hat direkt vor dem Wohnmobil seine Zelte aufgeschlagen und aus dem Bett heraus beobachten wir die Tiere, die friedlich um uns herum ihr Abendmahl von Wiesen und Bäumen pflücken...


Montag
Am nächsten Tag fahren wir weiter und steuern Houlgate an.


 Berühmt für seine normandie-typischen Fachwerkhäuser besuchen wir die kleine Stadt, genießen einen Spaziergang am Meer und essen wunderbar im L'Arbre à Pin  mit Strandblick!

Dienstag
Nach einem leckeren Frühstück fahren wir weiter  - wir wollen in die Bretagne.
  Nach Cancale! Dort wo es die besten Austern der Welt geben soll. Wir steuern einen Campingplatz an der Steilküste an - bei gutem Wetter hat man von hier aus Sicht bis auf das wunderbare Kloster Mont St. Michel. 



Wir gehen noch in den Klippen spazieren und fahren am nächsten Tag mit dem Auto in die enge und steile Stadt. Oben im Stadtkern finden wir einen Parkplatz, laufen durch die Ortschaft zum kleinen Hafen hinunter. 

Einer der typischen Austern-Marktstände - Austern werden hier im Dutzend angeboten - ab 5,50€ (für das Dutzend!)

Unten angekommen halten wir uns links und gelangen an den Austernmarkt. 15-20 Stände mit frischen Austern in den verschiedensten Größen, zum Mitnehmen - oder zum Direktverzehr auf den steinernen Treppen direkt Nebendran. 
Tipp: Wer Austern mag, kann sich in den umliegenden Restaurants eine Flasche Wein erwerben und genießt einen Teller frischer Austern direkt mit Blick auf das Meer....

Mittwoch
 Wir fahren weiter nach und machen auf dem Weg Richtung Smaragdküste halt in Rothéneuf.
 Hier in die Klippen hat Abbé Fouré - der ehemalige Gemeindepriester des Ortes - sich nach einem Unfall, der zur halbseitigen Lähmung führte, als Eremit zurück gezogen und zwischen zwei Granitschluchten mehr als 300 Dämonen, Piraten und Fantasiewesen geschaffen die einen in eine einzigartige Welt entführen.

Unser Ziel St.-Quay-Portrieux erreichen wir ca. 1.30 Std. später und landen auf einem der schönsten Natur-Campingplätze der Bretagne: Camping Bellevue


Wir genießen 2 schöne Tage mit netten Leuten und empfehlen den wunderbaren Spaziergang über den Schmugglerpfad der auch am Campingplatz vorbeiführt...
 Auf dem Markt (jeden Freitag) kaufen wir Oliven, Tomaten und Käse. Abends wollen wir im Städtchen essen gehen und sind erstaunt, dass vor 19 Uhr keine einzige Küche geöffnet hat! Wir fahren zur "Le Crapeau Rrouge" - nicht mehr als eine Imbissbude in Strandnähe, über die wir schon viel gehört haben. Angeblich gibt es dort die besten Muscheln der Bretagne.

 Wir landen dort im strömenden Regen und können es kaum fassen! Drei einzelne Plätze sind noch frei -alles andere ist reserviert. An einem der uns zugewiesenen klebrigen Biertische nehmen wir Platz, und es werden die Muscheln serviert, -  neben einem Salat und einem Fleischgericht gibt es nicht mehr Gerichte (nicht schlimm, wenn die Hauptattraktion toll wäre!). Die Muscheln kommen in einer einfachen Schüssel, für die Schalen werde abgewetzte Strandsandeimer auf die Tische gestellt. Die Pommes zu den Muscheln kommen in Plastik-Einwegschalen - und die Leute scheinen begeistert zu sein. Um Punkt 19 Uhr ist die Bude rappelvoll - stellenweise regnet es durch, wir haben genug, essen halb auf, zahlen und genießen lieber die stimmungsvolle Atmosphäre auf unserem romantischem Platz!

Samstag
Wir verlassen die Côte d'Amor und reisen weiter zur rosa Granitküste. Die erste Etappe führt uns nach Plougrescant. Wir wandern die Küste entlang mit dem Ziel, nach Mont St. Michel das zweitmeist-fotografierte Objekt der Bretagne zu finden: das Haus zwischen den Granitfelsen! 


Die Farben und die Steine sind ein wenig mystisch und der Spaziergang stimmt uns auf die Küste mit dem passendem Namen ein! 

Entlang von kleinen Dörfern und großen Auberginenfeldern geht es weiter Richtung Perros-Guirec. 


Nach dem nasskalten Wetter der letzten Tage suchen wir statt Naturromantik mal einen Campingplatz mit warmer Dusche und Wäschetrockner! Fündig werden wir in dem Örtchen Ploumanac'h - Camping Les Ranolien . Wunderbar!


 Und direkt gelegen an dem Wanderweg "Sentier des Douaniers" der entlang der schönsten Felsformationen der Bretagne führt!  
Am Plage de St. Guirec beenden wir unsere Wanderung und stärken uns mit Muscheln und Wein, bevor wir uns auf den ca. 45 Minütigen Rückweg machen.
Das Städtchen Perros-Guirec erreicht man vom Camping Platz nur mit dem Auto, ist aber einen Besuch wert. Lannion, ist ca. 20 Minuten mit dem Auto entfernt und hat noch mal einen ganz eigenen Charme. Auch hier können wir einen Besuch empfehlen. Whisky-Begeisterte werden gerne die Destillerie Warenghem besuchen, in der der bretonische Whisky Armorik destilliert wird.



 Wenn ihr euch für eine Führung interessiert, meldet euch rechtzeitig vorher an, gerade in Ferienzeiten sind diese oft ausgebucht!

Donnerstag
Nach 5 Übernachtungen auf unserem Sterne-Campingplatz machen wir uns auf die erste Etappe auf die Rückreise...


Nach einem Tipp von unseren Campingnachbarn (aus Unna kommend :-) ) steuern wir Etretat an!


Am Ortseingang wählen wir den Wohnmobilstellplatz (8€/ Übernachtung ohne Sanitär) neben dem ausgebuchtem Campingplatz (22€ inkl. Sanitär). Das kleine Städtchen ist von dort in 15 Minuten zu Fuß zu erreichen. In der Saison fährt auch eine Bimmelbahn (3€/ Person) in die Stadt und zum Stellplatz zurück.
Wir wählen mit unserem Hund die "Zu-Fuß-Variante", bestaunen die kleine, touristische - aber liebenswerte - Stadt und sind sprachlos, als wir durch den Ortskern hindurch den Kieselstrand erreichen, vor dem sich uns die unglaublich schöne Alabaster-Steinküste auftut! 




Wir riechen Salzwasser und Jod, geniessen diese unglaublichen Farben und sind dankbar! Am Restaurant du Perrey finden wir einen windgeschützen Platz direkt am Meer und beschließen hier unser Dinner zu nehmen um den Sonnenuntergang nicht zu verpassen!

 Ein tolles Abendessen stimmt uns ein auf einen grandiosen Sonnenuntergang den wir auf den Klippen erleben.
Beseelt gehen wir ins Wohnmobil, um am nächsten Morgen mit einem Sandwich und einem Café à emporter am Meer zu sitzen und die letzten Stunden zu genießen. 

Eine gute Entscheidung, noch einmal die Klippen (linksseitig) hochzulaufen! Es eröffnet sich noch mal ein toller Blick und wir treten mit einem Hochgefühl unsere Heimreise an!

 Zurück geht es nicht, ohne noch einmal an einem Intermarché anzuhalten, um sich dort mit Käse, Kartoffeln, Fisch und Oliven für den Genuss zu Hause einzudecken.... Frankreich wir kommen wieder! Ganz bald! Versprochen! 
Zu Hause angekommen genießen wir am letzten freien Urlaubstag die mitgebrachten Grenailles-Kartoffen, grüne Bohnen, Schalotten und Shrimps - alles gegrillt in frischer Butter verfeinert mit Guerande-Salz...



Empfehlungen:
Stellplatz bei Honfleur : Stellplatz am Bassin Carnot, Quay Tostain, Honfleur, günstig, Strom, Wasser- und Entsorgung vorhanden, fußläufig zur Stadt (600m), direkt am Flussufer gelegen
Restaurant Houlgate:
L'Arbre à Pin, 70 rue de Bains, 14510 Houlgate
Wir brauchten mal eine Meeresfrüchte-Pause: hier empfehlen wir hausgemachte Pasta und die Pizza! Hauchdünn und mit besten Zutaten belegt.

Campingplatz St.-Quay-Portrieux:
 Camping Bellevue, Rue de la Grève de Fonteny - herrlciher Ausblick, die Stadt und der Strand sind in 10-20 Minuten zu erreichen, es gibt einen wunderbaren Spazierweg, der Campingplatz verfügt über warme Duschen ;-) einen kleinen, beheizten Pool

  - sehr, sehr schön, aber leider auch häufig sehr überlaufen, trotzdem muss man ihn gemacht haben! Vielleicht habt ihr die Chance, außerhalb der Ferien zu wandern...

Armorik Whisky, Lannion - für eine Führung dringend reservieren! Kaufen könnt ihr im Refugio - wir sind günstiger als die Destillerie in Lannion ;-)

Rue Guy du Maupassant, direkt neben dem Camping Municipal - beides durch einen Eisenzaun getrennt - zur Toilette gehen auf dem Campingplatz gibt es nicht ;-)

Restaurant Etretat
windgeschützt am Meer: Restaurant du Perrey , Front de Mer, Etretat- hier komme ich wieder hin und werde bei gutem Essen den Sonnenuntergang genießen!